Innenansichten
Donnerstag, 1. Juni 2006
Abendgedanken
lilly-charlotte, Donnerstag, 1. Juni 2006, 23:23
Ich grübel heute schon den ganzen Tag darüber, wie nah man manche Dinge an sich heranlassen darf.
Verständnis zu haben und die Angelegenheit dann in eine Schublade zu sortieren und sie erst wieder bei Bedarf zu öffnen, ist sicherlich eine gute Sache, um Dinge objektiv zu sehen. Klappt leider nicht immer.

Daß meine sehr gute Freundin K. derzeit nicht so richtig glücklich ist in ihrer Ehe, weiß ich ja schon länger. Daß sie mir irgendwann erklärt hat, daß sie sich Hals über Kopf in eine Internet-Bekanntschaft verliebt hat - na ja, das paßte ganz gut in die Schublade: Jugendliebe geheiratet, ohne je eine andere Beziehung gehabt zu haben.
Aber das Internet ist gross und weit und die Verlockungen am Wegesrand zahlreich...Also beschloss K., sich ein bißchen auszutoben und sich eine "wilde Phase" zuzulegen.

Was mich so nachdenklich macht, ist, daß man hinter all den "Ich genieße gerade das Leben"-Sätzen irgendwie eine tiefe Traurigkeit spürt. Und Ratlosigkeit. Aus der wiederum diese Art von Dauer-Aktivität entsteht, die man nur zeigt, wenn man etwas anderes an die Seite schieben möchte.

Gedanken mache ich mir daher um sie, aber einmischen mag ich mich auch nicht.

*seufz*

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lilly-charlotte, Donnerstag, 1. Juni 2006, 09:57
Hm, was wird das wohl für ein Tag werden, der damit beginnt, daß die Milch im Kaffee klumpt, obwohl sie noch haltbar ist?
Grmpf.

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Mittwoch, 31. Mai 2006
lilly-charlotte, Mittwoch, 31. Mai 2006, 17:15
Himmel, ich werde alt.

Ich bin vorhin schwarz gefahren und es meldete sich tatsächlich mein Gewissen. Das jahrelang über solche Nichtigkeiten grosszügig hinweg gesehen hat.

Und daß, obwohl der Fahrkartenautomat nachweislich außer Betrieb war.
Aber nein, mein überfürsorgliches Über-Ich schlug schon nach der ersten Haltsstelle Alarm. Was dann dazu führte, daß ich die ganze Zeit über nach verdächtigen Fahrgästen Ausschau gehalten habe, die sich in einem unbeobachteten Moment als gewiefte Kontrolleure entpuppen könnten.

Was wiederum zur Folge hatte, daß das Gewissen zwei Stationen vor dem Zielpunkt höflich darum bat, aussteigen zu dürfen. Na klar, selbstverständlich, man ist ja ein zuvorkommender Mensch.

Vielleicht sollte ich einfach wieder Fahrrad fahren. Falls sich das Gewissen dann melden sollte, weil ich vielleicht auf der falschen Strassenseite fahre, kann ich es wenigstens damit beruhigen, daß körperliche Ertüchtigung gut für die Gesundheit ist und daß solche Kleinigkeiten wie die großzügige Auslegung der StVO da einfach mal hinten anstehen müssen.

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Dienstag, 30. Mai 2006
Tage wie dieser
lilly-charlotte, Dienstag, 30. Mai 2006, 22:25
Wahnsinn, daß man von einem einzigen Tag so k.o. sein kann.
Mein wunderbarer Nebenjob hat mich heute geschafft.

5 Schmerzpatienten, die wirklich Schmerzen hatten. Keine von der Sorte, die jahrelang nicht kommen und dann ganz dringend einen Termin brauchen, weil sie am nächsten Tag zufällig in Urlaub fahren. Aber die bei einem bereits übermäßig vollen Terminkalender natürlich alle keinen Termin hatten.

1 Kaffeefleck um exakt 7.30 h auf einem bis dahin strahlend weißen Oberteil und dem beruhigenden Wissen, daß man noch 9 Stunden Arbeitszeit vor sich hat und es in der Mittagspause auf gar keinen Fall nach Hause schaffen wird.

1 hyperaktives Kind, daß das Wartezimmer in Chaos gestürzt hat, das Behandlungzimmer verwüstet und mich eindeutig zuviele Nerven gekostet hat.

1 Azubine, die heute erkennen musste, daß ihr profundes Halbwissen nicht ausreicht, wenn sie tatsächlich mal auf sich alleine gestellt ist.

1 Patientin, die fließend vietnamesisch, aber kaum deutsch sprechen kann, was sie mir aber erst zu verstehen gegeben hat, als ich ihr schon eine Viertelstunde etwas zu einem Heil-und Kostenplan erklärt hatte. Und ich mich schon gewundert hatte, warum sie selbst bei den Ausführungen zu den evtl. anfallenden Kosten nur gelächelt und genickt hat.

Ich LIEBE meinen Job.

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