Innenansichten
Sonntag, 25. März 2007
Fisch im Netz
lilly-charlotte, Sonntag, 25. März 2007, 12:57
Ich höre zu und merke, wie die Ausläufer des Sich-Selbst-Bedauerns auf Zehenspitzen zu mir herüberschleichen. Kein offenes Klagen, kein Jammern von der anderen Seite des Tisches, aber ein Seufzen an den richtigen Stellen, ein tapferes Lächeln untermalt von kleinen Gesten, die einladen, zu Fragen: "Was ist denn los?".

Aber ich weiß es ja und es langweilt mich, mehr noch, ich bin es überdrüssig. Daher werde ich nicht mehr fragen, genauso wenig, wie ich mich zu ihr herüber beugen und ihr ins Ohr flüstern werde, dass es selbstgemachte Probleme sind, die sie beschäftigen. Dass sie Stellung beziehen und Entscheidungen treffen könnte, statt das Selbstmitleid leise über sich hinweg plätschern zu lassen, stetig, aushöhlend. Innere Bewegungslosigkeit, sorgsam konserviert.

Dass man beim Spielen immer auch das Risiko des Verlierens trägt und wenn man nicht verlieren kann, soll man nicht spielen. Dass das Kilo mehr oder weniger es nicht wert ist, sich das Genießen zu versagen und wenn doch, geht man besser nicht essen.
Und ein bißchen tut sie mir dann doch leid, als wir uns verabschieden. Weil ich den Eindruck habe, dass sie sich schon sehr lange nicht mehr richtig lebendig gefühlt hat.

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Sonntag, 18. März 2007
Holzige Variationen oder: Stöckchen und Bücher
lilly-charlotte, Sonntag, 18. März 2007, 13:09
Frau Blüte hat mich mit einem Stöckchen bedacht. Und Bücher und Sonntag, das klingt wie eine sehr gute Kombination.

Mein 1. Buch
Das erste Buch, das ich bewußt gelesen habe, war Enid Blyton: "Der Berg der Abenteuer".
Anonsten dürfte mein erstes nicht selbst gelesenes Buch ein "Asterix" gewesen sein, da zwei männliche Familienmitglieder eine ausgesprochene Asterix-Phase in meinen frühen Lebensjahren hatten und die Bände zusammen mit mir auf dem Schoss gelesen wurden. Inkl. Bilderklärungen und dem Vorlesen der Sprechblasen-Inhalte. Die wichtigsten Bilderbücher meiner Kindheit, sozusagen.

Zur Zeit lese ich
Don DeLillo - Americana

Als nächstes Buch lese ich
Entweder "Populärmusik aus Vittula" von Mikael Niemi oder "Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro.

Wann lesen Sie?
Abends im Bett, in der Strassenbahn und an (verregneten) Samstagnachmittagen, sofern ich diese für mich allein habe.

Was lesen Sie?
Bücher, Zeitschriften, Fachbücher.
Online: Zeitungen und Blogs.

Wo lesen Sie?
Im Bett, im Lesesessel, auf dem Sofa, in der Badewanne.

Lieblingsbuch
Allen voran Siri Hustvedt - "Was ich liebte".
Michael Frayn - "Das Spionagespiel",
Haruki Marukami: "Gefährliche Geliebte".

Lieblingsautor(en)
Habe ich in dem Sinne eigentlich nicht. Es gibt Autoren, deren Schreibstil und Erzählweise ich sehr mag, wie z.B. Siri Hustvedt, Haruki Marukami, Frank Goosen, Malin Schwerdtfeger, aber auch Elizabeth George. Trotzdem "erlese" ich mir auch diese Autoren gerne neu; von jedem Autor gibt es Bücher, die mir mehr oder weniger zusagen.

Ärgerlichstes Buch
Es gab mal in längst vergangenen Jahren eine Reihe von V.C. Andrews, die ich tatsächlich komplett gelesen habe. Gehörte wohl in die Abteilung "die eigenen Abgründe ausloten".

Diese Bücher haben mich bewegt
Viele. Es gibt immer wieder Bücher, die genau zu einer temporären inneren Verfassung passen und deshalb berühren, aber auch solche, die inhaltlich betroffen machen, wie etwa "Roman eines Schicksallosen" vom Imre Kertesz.

. . . zum Lachen gebracht
Matt Beaumont - "E-Mail an alle".
Nein, nichts Anspruchsvolles. Kein tiefsinniger, fein gesponnener Humor.
Aber es hat mich aus verschiedensten Gründen sehr amüsiert.

Schlechte Romane sind . . .
...die Bücher, die es mir unmöglich machen, sie zu Ende zu lesen.

Wie viele Bücher lesen Sie im Monat im Schnitt?
Puh, 2-3 würde ich sagen. Wobei das ein grob geschätzter Mittelwert ist, da ich phasenweise sehr viel lese. Und es dann wieder Bücher gibt, die eben nicht dieses dringende Verlangen wecken, Seite für Seite, Kapitel für Kapitel zu durchpflügen, für die man sich Zeit nimmt, die locken, bis man nachgibt. Die einen nicht länger beschäftigen als bis zu dem Moment, in dem man sie aus der Hand legt. Treffe ich auch ein solches Buch, wie z.B. das derzeitige, kann ich wochenlang an demselben Buch lesen.

. . . stehen in Ihrem Bücherschrank?
Beim letzten Umzug waren es knapp über 1200. Wenn man vom obersten Stockwerk in ein anderes oberstes Stockwerk umzieht, will man das allerdings gar nicht wirklich wissen.

Wieviel Geld geben Sie im Monat für Bücher aus?
Das ist sehr unterschiedlich. Es hängt davon ab, ob ich Fachbücher benötige, ob ich auf Trödelmärkten / in Antiquariaten war, ob ich Zeit zum Stöbern habe.

Wenn mein Bücherschrank überfüllt ist . . .
...wird solange geräumt und gerückt, bis Platz für einen weiteren ist.

So, wer hat denn noch nicht? Herr Nyxon? Frau Diagonale? Frau Gutemine?

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Montag, 12. März 2007
Spontan gedacht
lilly-charlotte, Montag, 12. März 2007, 09:34
Was sieht die Welt gut aus, wenn die Sonne scheint.

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