Innenansichten
Sonntag, 4. März 2007
Vergangenheiten
lilly-charlotte, Sonntag, 4. März 2007, 20:45
Es ist kalt und der Wind schlägt einem entgegen, sobald man dem Auto entstiegen ist. Das Brausen füllt den Kopf und noch bevor man den kleinen Hügel ganz hinauf gestiegen ist, riecht man das Salz und den Schlick.

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Nicht, als ich zum ersten Mal her kam. Der Prinzgemahl betrachtete die Promenade und den Strand mit dem Glanz der Erinnerung an frühe Jahre, an lange Sommer, an Begegnungen mit Menschen, die kamen, blieben, gingen. Mein Blick war ernüchternd, bemerkte die abblätternde Farbe an den Strandbuden, die Vernachlässigung, die mehrstöckigen Ferienbungalows im Hintergrund, einen vergessenen Ferienort, an dem die Zeit irgendwann Ende der 70er Jahre stehenblieb.
Die Liebe kam später. Sie klopfte an beim ersten Fischbrötchen in einer der Katen an der Promenade, wuchs mit den Nachmittagen im Sommer, am plötzlich bevölkerten Strand, der die Verlassenheit des kleinen Ortes vergessen ließ. Die Liebe wuchs in den Momenten, in denen das Meer tröstete, beschwichtigte, nichts kann so tröstlich sein wie das Meer. Sie wuchs in den Abenden mit den Füssen im Wasser sitzend, während der Prinzgemahl erzählte. Und irgendwann wurde der Blick weicher und der Ort schön, so, wie er war.

Und jetzt ist es kalt und der Mantel zu dünn, aber die Vorfreude treibt einem den kleinen Hügel hinauf. Dann ist mit einem Mal alles anders. Der Blick streift die Promenade, die neu angelegte Promenade, die frisch gestrichenen Strandhütten, den neu erbauten Steg ins Wasser. Es ist schön geworden, zeitgemäß, familienfreundlich. Für einen Moment bin ich untröstlich. Später, als wir mit dem Fischbrötchen auf dem Steg stehen, die Hände klamm werden und wir die Möwen in der gefleckten Dämmerung beobachten, ist die Vertrautheit wieder da. Denn nichts ist so tröstlich wie das Meer, nichts beständiger. Auf seine Art und Weise.

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Montag, 26. Februar 2007
Mindfields
lilly-charlotte, Montag, 26. Februar 2007, 10:41
Wieder (fast) komplett genesen, das Fieber ist weg, der Hals fühlt sich wieder normal an, die Beine nicht mehr watteweich. Nur der Kopf läuft zeitweise noch etwas aus dem Takt. Er hadert noch etwas mit dem positiven Denken, ab und an mogeln sich noch einige schwarze Gedankenblasen durch das Kopfdickicht. Aber das ist bekanntlich Übungssache und manchmal muss man sich eben aufrappeln.

Und vielleicht ist es ganz normal, dass man alle paar Monate auch das Bloggen in Frage stellt. Schließlich reflektiert man sich selbst und bezieht neben dem eigenen Ich Position.
Vielleicht beschäftigt man sich durch das Bloggen - oder vielmehr diese persönliche Art des Bloggens - einfach zuviel mit der eigenen Person. Über die Leser denkt man natürlich auch nach. Über das, was man selbst eigentlich von seinem Blog erwartet. Wie häufig man etwas veröffentlicht. Und ob das eigentlich alles wichtig ist.
Ja, ja, sich weniger Gedanken um alles machen. Hausaufgabe fürs nächste Mal.

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Donnerstag, 15. Februar 2007
lilly-charlotte, Donnerstag, 15. Februar 2007, 10:12
Computerzeugs die Zweite:
Wie werde ich die Newsletter eines Versenders los, die ich schon x-mal abbestellt habe? Und die ich vor allem nie abonniert habe?

Also, liebes Portal "mit der Frau im Mittelpunkt", lese und staune: Frauen (inbesondere ich) sind nicht grundsätzlich am Kochrezept des Tages oder an belanglosesten Celebrity-News interessiert. Sie sind auch nicht grundsätzlich so blond, dass sie vergessen, welche Newsletter sie abonniert haben und welche nicht. Und nicht alle glauben, dass einfach irgendwas mit der Technik nicht stimmt, wenn man den "enregister"-Button regelmäßig ohne nennenswerte Resultate drückt.
Dieser halbgare Sp*m nervt noch mehr als der herkömmliche.

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