Innenansichten
Donnerstag, 8. Februar 2007
Neue Materie
lilly-charlotte, Donnerstag, 8. Februar 2007, 12:29
Heute Morgen nach längerer Zeit mal wieder ein Anruf meiner selbsternannten Ast*rologin.
Was im Regelfall bedeutet, dass sie kosmische Schwingungen geortet hat, die meiner Person in irgendeiner Form abträglich sein könnten. Was wiederum bedeutet: Zuhören, freundlich an den richtigen Stellen zustimmende Laute von sich geben, nach spätestens 10 Minuten einen Anruf auf der anderen Leitung vortäuschen (falls nicht eh geschehen), Gespäch beenden.

Heute Morgen rief sie allerdings an, um mir mitzuteilen, dass sie mir in der nächsten Zeit keine sachdienlichen Hinweise auf die Gesinnung der Sterne liefern könne, da sie sich entschieden habe, die Ast*rologie erst einmal zeitweilig an den Nagel zu hängen, um - genau, Rechtswissenschaften zu studieren. Da erschlössen sich ganz neue Möglichkeiten, wenn man das eine vielleicht irgendwann mit dem anderen kombinieren könne.
Jetzt frage ich mich die ganze Zeit, welche das wohl sein könnten - außer vielleicht einer Idee für eine neue Doku-Soap.

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Mittwoch, 7. Februar 2007
Erwischt
lilly-charlotte, Mittwoch, 7. Februar 2007, 17:16

Cosmo hat um sich geworfen. Kuriositäten also...hm.

Ich habe einen Grünpflanzen-Tick. Keine Wohnung ohne Pflanzen und zwar bitte in stattlichen Mengen, genauso wie Bücher. Umgekehrt fühle ich mich in Wohnungen, die beide Komponenten beinhalten, meist direkt heimisch.


Es kommt so gut wie nie vor, dass ich mehr als 10 EUR Bargeld im Portemonnaie habe, da ich wenn irgend möglich mit EC-Karte zahle. Gläserner Mensch hin oder her, aber Läden, in denen man erst ab einem bestimmten Betrag mit EC-Karte zahlen kann, machen mich regelmäßig fuchsig.


Wenn ich in einen Fahrstuhl steige, sehe ich mir die "Mitfahrer" genau an und überlege, wer wohl wie reagieren würde, wenn der Fahrstuhl stecken bliebe.


Ich kann Antipathien furchtbar schlecht verbergen. Selbst auf Parties o.ä. bekomme ich in diesen Fällen nur höflich-gequälten Small-Talk hin, unverbindliche Nettigkeiten schaffe ich einfach nicht. Nicht immer von Vorteil.


Seit ich 16 bin trage ich einen bestimmten Ring, durchgängig. Ich habe ihn als "Glücksring" geschenkt bekommen und es gibt sicher schönere als ihn, aber ohne fühle ich mich unvollständig.


Falls es noch nicht dort gelandet ist, werfe ich das Stöckchen weiter an Frau Novemberregen, Bina und ins Gedankendelta.

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Dienstag, 6. Februar 2007
Warten, nicht verweilen
lilly-charlotte, Dienstag, 6. Februar 2007, 19:54
Ein Leben in Wartesälen. Wieviel Zeit wir mit Warten verbringen.
Warten auf den Bus, die richtigen Worte, auf den Einen, das endlich wahre Leben, auf den passenden Zeitpunkt, auf das Ende von etwas, auf den Schlaf, auf Bescheide, Ergebnisse und den glücklichen Zufall, das sich-berufen-fühlen, auf die Regel, auf eine Geste, aufs Essen, auf den Regen, den Sommer, auf bessere Zeiten, auf Anerkennung.

"Wer warten kann, hat viel getan", sagt meine Grossmutter manchmal, dann sehe ich sie an und lächele. Weil ich weiß, dass sie an die unzähligen Kuchen in ihrem Backofen denkt, die mir als Kind nie schnell genug gar wurden. Warten kann Vorbereitung, Vorfreude, vielleicht Erfahrung sein, für andere, aber das ist es nie für mich. Im Inneren blubbert das Bedürfnis, Einfluss nehmen zu wollen, in Bewegung zu sein, der Ungewissheit zu entkommen.
Umso unangenehmer die Ahnung, dass die nächste Zeit zur Geduldsprobe werden könnte. Warten.

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